24. November 2009

 

Klaus von Klitzing PreisPRESSEINFORMATION

Naturwissenschaften: Lehrer des Jahres kommt aus Wilhelmshaven

Erich Welschehold erhält Klaus-von-Klitzing-Preis 2009

Oldenburg. Der Wilhelmshavener Lehrer und Leiter des Außerschulischen Lernorts „Bildung für Technik und Natur“, Erich Welschehold, ist „Lehrer des Jahres für naturwissenschaftliche Fächer“. Er erhält heute, 17.00 Uhr, in der Aula des Alten Gymnasiums den mit 15.000 Euro dotierten Klaus-von-Klitzing-Preis, den die Universität Oldenburg und die EWE Stiftung zum fünften Mal vergeben.
Der Namensgeber des Preises, der Physik-Nobelpreisträger Prof. Dr. Klaus von Klitzing, überreicht die Auszeichnung persönlich. Mit Welschehold sei die Wahl auf einen Lehrer gefallen, der sich seit Jahren intensiv und mit unerschöpflicher Motivationskraft für die praxisnahe Vermittlung naturwissenschaftlichen Wissens einsetze. Dabei gelinge es ihm, Schülerinnen und Schüler für Teamarbeit und eigenverantwortliches Handeln zu begeistern, sagte von Klitzing.

Der 62-jährige Welschehold ist gelernter Elektromechaniker, Diplom-Ingenieur und Realschullehrer für Mathematik und Physik. Seit 2000 leitet er als Modellversuch für außerschulische Bildung in Wilhelmshaven den Lernort „Bildung für Technik und Natur“. Das Projekt, dem eine dreijährige Aufbauphase vorausging, entstand im Rahmen des EXPO 2000-Projekts „Welche Schule braucht die Zukunft unserer Welt?“ des Niedersächsischen Kultusministeriums.

Der von Welschehold maßgeblich angeschobene Außerschulische Lernort ermöglicht SchülerInnen der 2. bis 11. Klasse, wichtige und prägende Lernerfahrungen außerhalb der Schule zu sammeln. Praxisnah und spielerisch bearbeiten sowohl SonderschülerInnen als auch Hochbegabte technische Fragestellungen zu den Schwerpunkten „Küstenschutz“, „Energie – Regenerative Energien“, „Verkehrsbereich“, „Realer Technischer Einsatz“, „Techniklabor“ und „Neue Technologien“. Sie erstellen Windmesser aus Papier oder eine elektrische Ampelschaltung, konstruieren Lokomotiven mit professionellen 3-D-CAD-Programmen und leben auf vielfältige Weise ihren Forscherdrang aus. Welscheholds besonderer Ansatz: Durch die stark handlungsorientierte Ausrichtung bindet er vor allem motivationsschwache SchülerInnen ein. Mit großem Erfolg: Inzwischen haben bereits 70 Schulen aus dem nordwestdeutschen Raum die Angebote des Außerschulischen Lernorts in ihre Lernpläne integriert. Welschehold führt inzwischen auch Lehrerfortbildungen durch.

Der Klaus-von-Klitzing-Preis geht auf eine Idee des Oldenburger Neurobiologen und Rektors des Hanse-Wissenschaftskollegs Prof. Dr. Reto Weiler zurück. Er will damit die Bedeutung eines lebendigen, praxisnahen Unterrichts der Naturwissenschaften an den Schulen unterstreichen. Nur so sei es möglich, ein nachhaltiges Interesse an den Fächern Biologie, Chemie, Physik und Mathematik zu erzeugen und den Grundstein für innovative naturwissenschaftliche Forschung der Zukunft zu legen, erklärte Weiler anlässlich der Preisverleihung.

„Kreative Forscher bereichern Gesellschaft und Wissenschaft. Sie können sich entwickeln, wenn sehr früh ein lebendiger Kontakt zu den Naturwissenschaften hergestellt wird“, sagte der Vorsitzende der EWE Stiftung, Dr. Werner Brinker. Mit dem Klitzing-Preis wolle die Stiftung auch künftig dazu beitragen, leistungsorientierten Nachwuchs für diesen Bereich zu entdecken und zu fördern. „Wir sehen die ungebrochene Notwendigkeit, Lehrerinnen und Lehrer für ihr außergewöhnliches Engagement im Bereich der Naturwissenschaften auszuzeichnen. Daher werden wir den Preis auch im kommenden Jahr wieder ausschreiben“, betonte Brinker.

Die Universität Oldenburg und die EWE Stiftung kooperieren bei der Preisvergabe mit namhaften Förderern im Bildungsbereich: Mit „Jugend forscht“, der „Schülerolympiade“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Karl Heinz Beckurts-Stiftung. Diese reichen Vorschläge ein, aus denen die Jury des Klaus-von-Klitzing-Preises eine Lehrerin oder einen Lehrer auswählt.

Klaus von Klitzing, der die ersten Jahre seiner Schulzeit in Oldenburg verbrachte, entdeckte 1980 den so genannten Quanten-Hall-Effekt und beeinflusste damit die moderne Halbleiterentwicklung und die Präzisionsmesstechnik. 1985 erhielt er dafür den Nobelpreis für Physik. Heute ist von Klitzing Direktor am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart und Jury-Mitglied verschiedener nationaler und internationaler Wissenschaftspreise. 2006 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Universität Oldenburg verliehen.

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Kontakt:

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Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
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